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Wer zu
seiner Behinderung JA sagt, hat eine Chance mit ihr zu leben! Bei der Bipolaren Störung ist es wie bei allen existenziellen Krisen des Lebens: Wir müssen ihnen offensiv begegnen, also JA sagen zu dem, was für uns Schicksal ist. Die Schweizer Medizinerin und Forscherin Elisabeth Kübler-Ross hat in ihren Gesprächen mit Sterbenden ein Phasenmodell entwickelt, das auch auf die Bipolare Störung angewendet werden kann.
Erst in der Phase der
Zustimmung, dem JA-Sagen zu dieser Behinderung, sind wir bereit, die
notwendige Hilfe anzunehmen. Es ist wahr, dass viele Medikamente
unangenehme Nebenwirkungen zeigen. Wenn wir aber das Für und das Wider
abwägen, dann erkennen wir unsere Verantwortung gegenüber unserer
Umgebung (Familie, Partner, Arbeitsumfeld, Gesellschaft). Wir sind in den manischen Phasen
unberechenbar, impulsiv und oft verletzend. In den depressiven Phasen
belasten wir unsere Umgebung durch unser Gelähmtsein, unseren Anspruch
geliebt und getragen zu werden.
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"Wirklich leben", das
wollen alle, die wie wir unter dieser Krankheit leiden.
Eingebunden in
eine Gesellschaft, die Leistung vor Lebensqualität stellt,
ist dies
oft nur bedingt möglich. Wir wissen aber, dass kreative Geister
verschiedener Epochen mit dieser Behinderung lebten und Grosses geleistet haben.
In
dieser Gewissheit wollen wir uns bemühen, unseren bescheidenen Beitrag an die
Erneuerung dieser Gesellschaft zu leisten.
Wichtig ist, dass die Symptome
rasch erkannt
werden und dass professionelle Hilfe bereit gestellt werden kann.
Allzuoft gelingt es den Ärzten nicht, die richtige Diagnose zu
stellen. Betroffene und deren Angehörige sind vielfach gezwungen, im
Internet nach dem Hintergrund der Krankheit zu suchen. Viel
Leid, bei Betroffenen und Angehörigen, das durch stabilisierende
Medikamente und Beratung hätte vermieden werden können. Ganz zu
schweigen vom möglichen Verlust des Arbeitsplatzes und des sozialen
Umfelds.
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