Wirklich krank?

 
 
Wirkungsvolle, kognitive Rückfallbehandlung
Ein Selbsthilfenetzwerk stellt sich vor
Kreativ und bipolar veranlagt  (Persönlichkeiten)
 
(Dr. P. Bräuning)
Die manisch-depressiven Erkrankungen
Kurzer geschichtlicher Rückblick
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

 

Wer zu seiner Behinderung JA sagt,
hat eine Chance mit ihr zu leben!


Bei der Bipolaren Störung ist es wie bei allen existenziellen Krisen des Lebens: Wir müssen ihnen offensiv begegnen, also JA sagen zu dem, was für uns Schicksal ist. Die Schweizer Medizinerin und Forscherin Elisabeth Kübler-Ross hat in ihren Gesprächen mit Sterbenden ein Phasenmodell entwickelt, das auch auf die Bipolare Störung angewendet werden kann.
  • Das Nicht-Wahrhaben-Wollen (Ich bin doch nicht geisteskrank!)
  • Die Phase der Auflehnung (Warum geschieht dies ausgerechnet mir? Wer ist daran schuld?)
  • Das Verhandeln (Dies ist nicht wirklich eine Krankheit! Wozu brauche ich überhaupt Medikamente?)
  • Die Depression (Im Zyklus der Depression kommt manch verdrängte Erkenntnis zum Vorschein)
  • Die Zustimmung (Ich bin krank und brauche Hilfe. Ich akzeptiere die stabilisierenden Medikamente)

Erst in der Phase der Zustimmung, dem JA-Sagen zu dieser Behinderung, sind wir bereit, die notwendige Hilfe anzunehmen. Es ist wahr, dass viele Medikamente unangenehme Nebenwirkungen zeigen. Wenn wir aber das Für und das Wider abwägen, dann erkennen wir unsere Verantwortung gegenüber unserer Umgebung (Familie, Partner, Arbeitsumfeld, Gesellschaft). Wir sind in den manischen Phasen unberechenbar, impulsiv und oft verletzend. In den depressiven Phasen belasten wir unsere Umgebung durch unser Gelähmtsein, unseren Anspruch geliebt und getragen zu werden.

Würde die Bipolare Störung rascher erkannt, könnten viele Menschen im Arbeitsprozess bleiben. Viele Leben würden gerettet, wissen wir doch, dass ca. 20% aller Erkrankten durch Selbstmord sterben.

Mit dieser Website möchten wir als Betroffene dazu beitragen, diese Krankheit besser bekannt zu machen. Etwa 1% der Bevölkerung in Europa sind davon betroffen. Die Statistik sagt uns, dass es oft bis zu 10 Jahre dauert, bis die Symptome richtig eingeordnet werden und die Diagnose "Manisch-Depressiv" gestellt wird. Es sind oft Angehörige und Freunde und nicht Mediziner, die diese Krankheit in ihrem Umfeld erkennen. Sie ist wahrscheinlich genetisch bedingt und deshalb auch innerhalb des Familiengeschichte erkennbar. Wir wollen mithelfen, dass Leben gerettet werden, dass betroffene Menschen wieder würdig leben können.

 

 
 

 

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Informationen zur Bipolaren Störung gibt es auch hier:

Bipolar Webring

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alt-webring.com

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"Wirklich leben", das wollen alle, die wie wir unter dieser Krankheit leiden. Eingebunden in eine Gesellschaft, die Leistung vor Lebensqualität stellt, ist dies oft nur bedingt möglich. Wir wissen aber, dass kreative Geister verschiedener Epochen mit dieser Behinderung lebten und Grosses geleistet haben. In dieser Gewissheit wollen wir uns bemühen, unseren bescheidenen Beitrag an die Erneuerung dieser Gesellschaft zu leisten.

Wichtig ist, dass die Symptome rasch erkannt werden und dass professionelle Hilfe bereit gestellt werden kann. Allzuoft gelingt es den Ärzten nicht, die richtige Diagnose zu stellen. Betroffene und deren Angehörige sind vielfach gezwungen, im Internet nach dem Hintergrund der Krankheit zu suchen. Viel Leid, bei Betroffenen und Angehörigen, das durch stabilisierende Medikamente und Beratung hätte vermieden werden können. Ganz zu schweigen vom möglichen Verlust des Arbeitsplatzes und des sozialen Umfelds.

Dies sind Aufgaben, die nicht nur von Psychiatern und Psychologen erfüllt werden können. Auch wir Betroffene wollen unseren Beitrag dazu leisten. Wir haben es selbst erlitten. Wir wissen um den Schmerz, von unserer Umgebung nicht verstanden zu werden.

Manfred Ferrari