Bipolare Störung – Absicherung gegen Berufsunfähigkeit

Bei der bipolaren Störung handelt es sich um eine chronische psychische Erkrankung. Die betroffene Person erlebt starke Stimmungsschwankungen zwischen Manie und Depressionen in unterschiedlicher Ausprägung und Dauer. In der manischen Phase können insbesondere erhöhter Tatendrang, Hochstimmung, enthemmtes Verhalten und Gereiztheit auftreten. Darauf folgen in der depressiven Phase Antriebslosigkeit, starke Traurigkeit, Ängste, Schuldgefühle und schlimmstenfalls Suizidgedanken. Häufig beginnen die Symptome der Erkrankung etwa zum Zeitpunkt des Eintritts in das Erwachsenenalter. Drei bis vier Prozent der Bevölkerung in den Industrieländern sind von der bipolaren Störung betroffen.

Auswirkungen auf den Beruf durch die bipolare Störung

Wird die bipolare Störung frühzeitig erkannt, ist es für den Betroffenen möglich, durch eine entsprechende Medikation ein normales Leben ohne besondere berufliche und soziale Einschränkungen zu leben. Bei schweren Verläufen der Erkrankung kann es jedoch zu dauerhaften Problemen bei der der Ausübung des Berufs bis hin zur Berufsunfähigkeit kommen. Der Betroffene ist dann nicht mehr in der Lage, seinen beruflichen Verpflichtungen nachzukommen oder mit Kunden und Kollegen in angemessener Weise umzugehen. In einigen Fällen ist die bipolare Störung aufgrund einer hohen Verantwortung nur schwer mit dem Beruf vereinbar. Die Weiterbeschäftigung kann nicht nur für den Betroffenen selbst riskant sein, wenn er beispielsweise Zugriff auf starke Medikamente oder Chemikalien hat. Auch für den Arbeitgeber können hohe Risiken auftreten, wenn beispielsweise in der manischen Phase euphorisch riskante Geschäfte getätigt werden.

Perspektiven und Hindernisse im Beruf

Unregelmäßigkeiten im Beruf, wie sie im Schichtdienst oder bei stark variierenden Tätigkeiten auftreten, fördern die Symptome der bipolaren Störung, ebenso wie Stress durch hohe Verantwortung, Zeitdruck und zahlreiche Überstunden. Mögliche Folgen sind Leistungsabfall, Überforderung, Probleme mit Arbeitskollegen und lange krankheitsbedingte Ausfälle. Dadurch erschwert sich ein möglicher beruflicher Aufstieg und das Risiko den Arbeitsplatz zu verlieren, erhöht sich.

Bipolare Störung – Absicherung gegen Berufsunfähigkeit

Die Absicherung der eigenen Arbeitskraft durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung gegen eine zukünftig auftretende bipolare Störung ist grundsätzlich möglich, da die bipolare Störung eine anerkannte Krankheit ist. Jedoch sollte darauf geachtet werden, ob die jeweilige Versicherung die Erkrankung auch tatsächlich anerkennt. In der internationalen Klassifikation der Krankheiten, die von der Weltgesundheitsorganisation herausgegeben wird, finden sich zehn verschiedene Ausprägungen der bipolaren Störung. Im Falle einer entsprechenden Erkrankung wird der BU-Grad durch ein ärztliches Gutachten des behandelnden Arztes unter Berücksichtigung der Stärke und Dauer der Erkrankung oder von einem Sachverständigen der betroffenen Versicherung bestimmt.

Daher sollte eine Berufsunfähigkeitsversicherung möglichst schon in jungen Jahren abgeschlossen werden. Die Wahrscheinlichkeit einer Vorerkrankung ist geringer und die Versicherung günstiger. Liegt bereits eine bipolare Störung vor Abschluss der Versicherung vor, ist es kaum noch möglich eine Absicherung zu bekommen. Dies sollte jedoch nicht dazu verleiten, die Erkrankung und eine bereits bestehende psychotherapeutische Behandlung gegenüber dem möglichen Versicherer zu verschweigen. Im Falle eines Abschlusses der Versicherung aufgrund unwahr beantworteter Gesundheitsfragen, verliert der Versicherte seinen Versicherungsschutz.

Eine anonyme Risikovoranfrage bei unterschiedlichen Versicherungen ist möglich und sinnvoll. So können Menschen, die bereits von einer bipolaren Störung betroffen sind, verschiedene Versicherungen vergleichen und erfahren, bei welcher Versicherung aufgrund der bipolaren Störung kein Versicherungsabschluss möglich ist. Durch die anonyme Risikovoranfrage erfolgt kein negativer Eintrag in die HIS-Wagnisdatei. Alle Versicherungen haben Zugriff auf diese Datei und können eventuelle Einträge einsehen. Wer aufgrund der psychischen Vorerkrankung tatsächlich keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen kann, kann stattdessen auf eine Dread Disease Versicherung zurückgreifen, um zumindest eine Versicherung gegen Berufsunfähigkeit aufgrund anderer schwerer Erkrankungen zu haben. Erkrankungen der Psyche und des Skeletts werden hierbei nicht versichert, weshalb eine bipolare Störung als bereits bestehende Erkrankung nicht relevant ist.